Eine Gute Tat pro Tag…

Jeden Tag eine gute Tat. Ja ich weiß, nicht etwas was man mir nachsagen könnte… „Eine gute Tat“ ? von mir?  Versteckt euch! Die Apokalypse ist nahe! Das Ende ist gekommen! Oder auch nicht? Schwer zu sagen…

Also, was all dies hier hervorgebracht hat? Ganz einfach und dann doch wieder nicht so einfach:

Um meine Überraschung etwas besser verstehen zu können braucht man ein bisschen Hintergrund wissen. Eines meiner Hobbys ist es, lange Spaziergänge zu machen und dabei in Tagträumen zu schweifen. Oder statt mit den Füßen auch auf den Fahrrad durch die Gegend fahren. Jeder der mich kennt weiß, dass ich nie nur vom Punkt A zum Punkt B auf dem schnellsten Wege gehe, sondern Umwege und Rundumwege nehme. Solange ich nicht unter Zeitdruck stehe, irgendwo hinzukommen, nehme ich immer Umwege.

Also bin ich heute nachdem ich mir zwei Videos in der Videothek ausgeliehen habe wieder über einen meiner Umwegen nach Hause gefahren. Dabei bin ich dann an einer Geldbörse vorbeigefahren, jetzt wusste ich nicht sollte ich es zum Rathaus, ins Fundbüro, bringen oder es an die Adresse liefern, die ich in dem Geldbeutel gefunden habe. Ich habe mich für letzteres Entschieden, wenn ich falsch gelegen hätte und niemand da gewesen wäre oder es die falsche Adresse gewesen wäre, dann hätte ich ja immer noch ins Rathaus gehen können. Also musste ich jetzt nur noch in die bestimmte Straße fahren, allerdings war ich mir nicht sicher wo diese Straße denn wäre. Ich dachte es sei die gleiche Straße, wie die in der meine Schule ist. (War mir aber nicht ganz sicher). Die Straße in der meine Schule liegt ist allerdings ellenlang. Also bin ich zu meiner Schule hingefahren, und ja, es war die richtige Straße, dann bin ich diese langgefahren bis zur richtigen Hausnummer. Als ich dann geklingelt habe, war der arme Mann an der Tür erst mal sehr verdutzt, ich glaube seine Gedanken waren ungefähr so „Wer ist denn das? Was will die denn?“. Vor allem da es kurz bevor ich an das Haus kam, auch noch das Regen bzw. Schütten angefangen hat und ich schon richtig durchgenässt war. Als ich ihm dann den Geldbeutel gab und meinte, dass ich glaube, dass es seiner sei wegen der Adresse darin, da hat er erst mal den Rest seiner Familie geholt, weil sie nicht wusste wem die Geldbörse nun gehört. Aber am Ende war es das richtige Haus, Finderlohn habe ich sogar auch bekommen und heimgefahren haben sie mich auch noch, weil es ja so geschüttet hat. Mein Fahrrad haben der Mann und dessen Sohn /Schwiegersohn dann auch noch nachgebracht! Da war nicht nur ich sondern auch meine Eltern schwerverdutzt. Die Familie, deren Oma die Geldbörse verloren hatte, war richtig nett und total erfreut, sie meinten auch dass sie es richtig toll fänden, dass es noch so ehrliche und aufrichtige Leute gäbe, die eine Geldbörse zurück bringen. Mein Daddy meinte zu mir nur, dass sei wohl der Einfluss meiner guten Erziehung 😉 Und meine Mum meinte sie kann es schon verstehen, dass die Familie so dankbar war.

Mein Daddy meinte scherzhaft auch, ich hätte das Bargeld zählen sollen, und 10 % verlangen sollen 😉 aber ich glaube er war hauptsächlich etwas stolz als der Mann mich so gelobt hat.

Und meine Mum hat mir dann noch erklären müssen, warum es mehr die Karten als das Bargeld war, was so wichtig war. Ich bin gar nicht darauf gekommen, dass man mit Kreditkarten sehr viel mehr Geld hätte machen können oder was für ein Aufwand es gewesen wäre, die Karten und Ausweise neu zu beantragen.

Ganz ehrlich als ich die Geldbörse in der Hand hatte, habe ich an all dass gar nicht gedacht mein einziger Gedanke war „ Was soll ich denn jetzt machen? Wo ist denn der Besitzer? Wo ist denn diese Adresse?“ Über den Finderlohn, die Karten oder das Bargeld hatte ich da noch gar nicht nachgedacht.

Natürlich habe ich mich, als ich dann zuhause war, gleich mal unter die Dusche gestellt (allerdings nur mit kalten Wasser, da meine Schwester alles warme Wasser schon zuvor genommen hatte) und danach habe ich mir noch eine Tasse von meinem Lieblingstee gemacht.

Das heute hat mir irgendwie gezeigt, dass man viel über Gut und Böse nachdenken kann und  sich seine Meinung über andere bilden kann, aber wirklich wissen wie jemand ist, weiß man erst in gewissen Zeitpunkten.

Auch wenn Gut und Böse schwer zu definieren sind, oder Richtig und Falsch.

Wenn mich zuvor jemand gefragt hätte, wäre ich wohl davon ausgegangen, dass ich immer das schlechte oder falsche tue, aber in diesem Augenblick als ich die Geldbörse gefunden habe, habe ich gar nicht groß drüber nachgedacht, ich hätte sie schließlich auch ignorieren können, oder behalten können…

Es sind solche intuitiven, kurzen , unerwartenden Momente, in denen man sehr viel mehr über andere und sich selber erfahren kann, als durch jegliche Gespräche oder Philosophierehrein…

So gesehen: Ende gut alles gut!

Und ich mummle mich jetzt mal aufs Sofa, in die gemütlichen Decken, trinke meinen Tee udn schaue mir meine DvDs an. Ich sollte mir wohl öfter mal DvDs ausleihen 😉

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